Archiv für den Monat: April 2017

[April 2017] Musik, Sport und Bücher

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Musik

Seit mich auf dem Impericon Being As An Ocean so weggeflasht hatten, habe ich im Grunde nichts anderes gemacht, als eben diese zu hören. So sollte eine Post-Hardcore-Band sein. Es ist einfach die perfekte Mischung aus Aggression, Melancholie und „artsy“ Anspruch. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich mich in meiner Sucht an ihnen satt gehört habe. Hoffentlich passiert das nicht so schnell, weil ich gerade eben erst deren zwei neusten Alben bestellt habe.

Sport

Zwar war ich die letzten Tage ein wenig krank und konnte deswegen nicht zum Heben gehen, aber seit vorgestern ging es auch schon zum Glück wieder. Da habe ich dann beim Frontbeugen leider/natürlich nicht erhöhen können, aber nicht so schlimm. Ich bin in den letzten Wochen bei jedem Workout um 2.5kg hoch gegangen, was vollkommen ok ist. Dabei machen sich auch die neuen Schuhe maximal bezahlt, weil der Stand dabei einfach absolut großartig ist. Danach ging es auch schon gleich mit der ersten Technik-Trainings-Einheit mit den zwei Herren aus Gräfenroda los. Meine Güte, war das effektiv und spaßig! Zuerst haben wir uns ein bisschen warm gelaufen, haben die Schultern und Hüfte gedehnt und dann ging es direkt ans Umsetzen. Ich hatte ja ehrlich gesagt noch nie jemanden direkt vor mir einen ordentlichen Olympischen Lift durchführen sehen; das hatte sich dann auch geändert. Wir haben ganz einfach angefangen und uns dann immer komplizierteren Abläufen gewidmet. Dabei war es absolut hilfreich, dass man sofort korrigiert worden ist, wenn sich technische Schwächen angebahnt haben. Dabei waren die beiden Trainer gerade kleinlich genug, dass es noch Spaß gemacht hat, man aber immer noch viel gelernt hat. Es ist absolut zu empfehlen und ich bin wirklich total auf die nächsten Einheiten gespannt.

Bei Fran konnte ich meine alte Bestzeit deutlich mit 6:45 unterbieten. Das ist sicher den viel besseren Thrusters durch Frontbeugen geschuldet und den einigermaßen effizienten Kipping Pullups. Dann habe ich gestern endlich die 100kg Pushpress geknackt und wieder einmal hat sich „Wenn man es richtig macht, geht es auch.“ bewahrheitet. Wenn der Rumpf nicht stabil ist und man zu viel am Pressen als Pushen ist, dann kann das gar nichts werden. Ich habe mal noch ein Video von mir hier eingebastelt, wo der Pushjerk richtig hart vergeigt ist, aber immerhin waren es 90kg. Die Hüfte war natürlich in der Startposition zu hoch (wie ich vorgestern gelernt habe), deswegen wurde auch zu viel ausm Rücken gezogen und deswegen haben die 95kg danach auch nicht mehr geklappt.

Bücher

Gerade bin ich an „Der Schwarm“ von Frank Schätzing dran und nach einigen Seiten Anlauf nimmt es dann auch langsam Fahrt auf. Was mich an dem Buch so fasziniert ist, wie die ganze Atmosphäre des Lebens mit, an und auf dem Meer wirklich so eingefangen und geschildert wird, dass man es sich gut vor das geistige Auge holen kann. Es geht um Meeresforscher der verschiedensten Art, Naturschützer, Fischer und Journalisten. Alle Charaktere haben ihre eigene Geschichte, die sie mit den Ozeanen verbindet und alles wird durch die Angriffe des Meeres auf die Menschheit auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Dabei werden auch viele beeindruckenden Fakten und Zusammenhänge in die Story eingebaut. Das reicht von der Beschreibung einzelner Lebewesen und deren Eigenschaften, über Methoden der Meeresforschung bis hin zu geschichtlicher Entwicklung der Geologie der Erde. Vielleicht ist nicht alles 100% korrekt, doch der Rechercheaufwand muss dennoch gigantisch gewesen sein, wenn man bedenkt, wie viel Wissen in die Story fließt.

Impericon Leipzig

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Um die kleine Konzertreihe der letzten Wochen zum Abschluss zu bringen, waren wir gestern in den Leipziger Messehallen zum Impericon Festival 2017. Nachdem das ganze Format in den letzten Jahren ziemlich gewachsen zu sein scheint, seit ich damals in Würzburg bei Callejon und August Burns Red, Architects, Adept und Breakdown of Sanity war, war ich schon ziemlich gespannt, wie es sein würde, wenn diesmal ganze 18(!) Bands im Abstand von fünf Minuten auf zwei direkt nebeneinander stehenden Bühnen einen ganzen Tag lang ein riesen Feuerwerk abbrennen würden. Das ganze ging 11:30 mit Science of Sleep los, die auch gleich mal bekannt gaben, dass dies ihre letzte Show als Band sein würde – nicht wirklich schade oder überraschend, wenn man mich fragt. Die wirklich eng geplante Running Order (PDF) wurde bis zum Schluss auf die Minute genau eingehalten, weil eine Band bereits den Soundcheck durchziehen konnte, während daneben gerade ein anderer Act seine Show ablieferte. Dabei konnten die Zuschauer in den fünf Minuten zwischen den Shows bequem zehn Schritte zur Seite machen und standen sofort vor der anderen Bühne. Wie man an dem Lineup sieht, war wirklich für jeden etwas dabei. Dabei belief sich das Spektrum von Deathcore über Hardcore und Punk, über melodischen Hardcore, komischen Hardcore Rap bis hin zu gutem alten Metalcore. Dementsprechend durchmischt war auch das Publikum.

Gleich am Anfang fiel auf, dass Casey, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte, wirklich etwas cooles zu bieten hatten und ich habe mir bei Spotify schonmal deren aktuelles und bis her einziges Album markiert. Das werde ich mir sicher in Ruhe nochmal anhören.

Die erste kleine Überraschung war die Show von Being As An Ocean, die ich zwar schon kannte, aber ich nicht damit gerechnet hatte, dass deren Auftritt so wundervoll musikalisch, facettenreich und energiegeladen sein würde. Die Mischung aus alt hergebrachten Hardcore Shouts und einem wirklich schon außerordentlich gutem Sänger für die soften Vocals wussten wirklich zu überzeugen. Dabei war beides eingebettet in außerordentlich schön arrangierte Songs, welche mich wirklich haben staunen lassen. Das war dann auch der Grund, warum es dann heute den ganzen Tag schon in der Küche lief und auch jetzt gerade beim Runtertippeln von hiesigem Text.

Irgendwann war es dann auch einmal Zeit etwas zu essen und zu meiner Freude gab es überwiegend vegane Essensauswahl, wobei man zwischen Gyros, Pasta, Döner und Burger wählen konnte, soweit ich das zu überblicken in der Lage war. Was die Getränke anging, war ich zu geizig ständig irgendwelche Softdrinks zu kaufen und habe einfach einen Pfandbecher auf der Toilette immer wieder mit Leitungswasser aufgefüllt.

Die meisten Hardcore und Punk Bands haben mich nicht wirklich interessiert und ich habe deren Großteil einfach von der Tribüne aus angeschaut oder war währenddessen essen beziehungsweise Nase pudern.

Das erste Mal beim Moshen zu Asking Alexandria war ziehmlich lahm und ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass deren Show ein bisschen ruppiger sein würde. Leider war das nicht der Fall und ich habe dann nach 20 Minuten keine wirkliche Lust mehr gehabt. Insgesamt war deren Setlist total komisch, da ich jedoch nicht wirklich ein Fan bin, habe ich vielleicht auch keinen so guten Einblick in deren Möglichkeiten gehabt und vielleicht zu viel oder das Falsche erwartet.

Ein wenig hatte ich mich auch auf Caliban gefreut, aber deren Sänger geht Live leider absolut nicht gut rein und deren bester Song war ihr Rammstein-Cover Sonne. Alles in Allem hätte man das ruhig mal besser machen können!

Kommen wir nun einfach direkt zum absoluten Abriss. Für Parkway Drive ließ man sich ein wenig mehr Zeit mit dem Umbau, was aber nicht schlecht war, weil dann alle Leute Zeit hatten, sich nochmal zu sammeln und vor der Bühne einzufinden. Dann kam das erste Riff, während die Herren aus Australien auf die Bühne kamen und die Leute waren schon dabei das Riff lauthals anzustimmen, die Show beginnt mit Wildeyes und die komplette Crowd bricht instantan vollkommen auseinander. Sowas hatte ich vorher noch nie erlebt. Etwa fünf Minuten vor Showbeginn, waren alle noch dabei Michael Jackson mitzusingen und wie als hätte jemand einen Schalter umgelegt, standen bei jedem plötzlich die Zeiger auf Anschlag, als wäre gerade eine energetische Singularität entstanden. Binnen eines Wimpernschlages war jeder um mich herum in Bewegung und von da an ging es nur noch steil bergauf. Die Setlist hat aber auch absolut keinen Stein auf dem anderen gelassen. Es gab absolut keine Gefangenen und die 80 Minuten waren so unglaublich anstrengend, energiegeladen, emotional und befreiend, wie ich das noch nie vorher erlebt hatte. Dem Sänger selbst war auch nicht so richtig klar, was da vor der Bühne abging. Scheinbar war es das größte Indoor-Festival in Europa, was komplett geisteskrank ist, wenn man sich überlegt mit welcher Art Musik man so viele Menschen zusammen bekommen konnte. Die Show selbst hatte unter anderem einzelne Feuerbälle und ein Überkopf-Drumsolo zu bieten. Da haben sich PWD wirklich so richtig was einfallen lassen! Hut ab! Es war wirklich das Beste, was ich jemals als Zuschauer vor einer Bühne erleben durfte und ich weiß auch schon, wer nächstes Jahr gleich nach Bekanntmachung ein Ticket für sich und seinen besten Kumpel erstehen wird!

Der Weg einer Freiheit und Heaven Shall Burn im Stadtgarten Erfurt

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Die Konzertwochen gehen weiter. Diesmal gab es wüstes Geschrubbe im Erfurter Stadtgarten, wo ich vorher noch nie war, aber feststellen musste, dass es eine ziemlich coole Location ist.

Es war von Anfang an relativ voll, was auch zu erwarten war, da es zumindest  bei einschlägigen Händlern für Konzertkarten nur noch Angebote aus zweiter Hand gab.

Décembre Noir aus Erfurt machten den Anfang. Es war ganz okay, aber mir ein bisschen zu fader Black Metal. Die Songs waren ziemlich lang und ich habe eigentlich nicht geblickt, was die Herren auf musikalischer Ebene von mir wollten, aber das lag vielleicht auch daran, dass Black Metal eigentlich nicht so in meiner Gasse liegt.

Dann war es an „Der Weg Einer Freiheit“ dem Publikum mal so richtig zu zeigen, wo es lang geht. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich da erwarten würde, aber einige meiner Begleiter waren eigentlich nur wegen DWEF nach Erfurt gefahren. Ja meine Fresse, was ging da ab? Die Herren stehen auf der Bühne und zünden auf einmal mit Vollgas einen ab, dass man gar nicht so richtig wusste, was man machen sollte. Für das erste Lied stand mir für die eine Hälfte der Mund offen und währen der andere konnte ich mir mein Grinsen nicht verkneifen. Was für eine Energie und Spielfreude.!Wieder muss ich zugeben, dass ich keinen Schimmer von Blackmetal habe, aber ich denke mir, dass The Hirsch Effekt so klingen würden, wenn man ihnen auftragen würde, mal Blackmetal zu spielen. Wahnsinnig geil und (leider) der beste Act des Abends!

 

Nach einer recht angenehmen Umbaupause war es dann Zeit für den Headliner, wo ich mich für die ersten paar Lieder ein wenig im Moshpit vergnügt habe, bis ich dann komplett durchnässt war und mich aufs Zuhören verlegte. Ja, HSB hämmert gut rein. Ja, HSB macht geilen Metalcore. Ja, HSB hat auch geile Themen für ihre Lieder. Aber es ist einfach fad. Ich dachte mir ja im Voraus, dass diese Fadheit der Alben beim Konzert irgendwie durch Spielfreude oder Witz aufgehoben würde. Aber dem war leider nicht so. Es fällt schwer das ganze ernst zu nehmen, wenn ständig mit ähnlichen Riffs und Geballer zum Moshen aufgerufen wird. Das ist einfach zu wenig, wenn man in der heutigen Zeit noch beim Metalcore ganz vorne mitmischen will. Schade! Das einzig wirklich richtig gut gelungene waren die Videoeinblendungen auf den LED-Panels, die irgendwelche gesellschaftskritischen Dinge eingeblendet haben, wie eine abstürzende Hindenburg oder marschierende Soldaten.

Daran merkt man aber schon, dass HSB leider nicht an DWEF herankommen konnten und es dazu geführt hat, dass letzteres am nächsten Arbeitstag auch auf Arbeit lief und die Stimmung gut gehoben hat.