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Wert durch Arbeit

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Im ersten Abschnitt von MEW23 geht es um die Ware und welche Bestimmungen ihr zukommen. Zunächst ist eine Ware ein simples Ding, welches einen Nutzen hat. Dieser Nutzen bestimmt sich allein durch materielle Eigenschaften dieses Dinges. Aus dem Nutzen eines bestimmten Dinges folgt die Tatsache, dass es Gebrauchswert ist. Anders gesprochen hängt die Nützlichkeit von der materiellen Form des Warenkörpers ab. Dann folgt die zunächst seltsam anmutende Aussage, dass der Gebrauchswert, also die Qualität der Ware nicht von der Menge an Arbeit abhängt, die nötig ist um die Nützlichkeit und damit die Eigenschaft Gebrauchswert zu sein herzustellen. Zunächst kann man feststellen, dass der Gebrauchswert von jeglichen Quantitäten, also auch der Menge an am Ding verrichteten Arbeit, absieht. Nun folgt die Analyse des Tauschwertes. Dieser wird die quantitative Seit der Ware ausdrücken. Hierbei geht Marx wie folgt vor. Zunächst beobachtet er, dass es Situationen gibt, in denen x Einheiten Weizen gegen y Einheiten Seide getauscht werden. Genauso werden aber x Einheiten Weizen gegen z Einheiten Gold getauscht. Daraus folgt nach Marx nun, dass in Bezug auf den Tauschwert x Einheiten Weizen, y Einheiten Seide und z Einheiten Gold gleich groß sein müssen. Das heißt es muss eine dritte Kategorie neben Gebrauchswert und Tauschwert geben, welche diese gleiche Quantität der verschiedenen Qualitäten ist. Die Analyse geht noch einen Schritt weiter und reflektiert die Bedeutung der Gleichung  1 Einheit Weizen = a Einheiten Gold. Aus dieser Gleichung, welche eine Gleichheit (!) ausdrückt, folgert Marx, dass eine Kategorie außerhalb des Gebrauchs- und Tauschwertes bestehen muss, welche dieser Gleicheit zugrunde liegt, denn weder Gebrauchs- noch Tauschwert können diese Gleichheit leisten, da beide von Natur aus an unterschiedlichen Waren anhaften müssen. Wichtig ist hierbei, dass diese Gleichheit zu einem Dritten ausschließlich daraus gefolgert wurde, indem man beide Waren hinsichtlich ihres Tauschwertes betrachtet hat. In der Analogie zur Fläche eines Dreiecks präzisiert Marx am Ende, dass sich Waren auf ein Gemeinsames reduzieren lassen, wovon sie ein Mehr oder Minder darstellen. Es geht also um eine Quantität. Dies wird dadurch begründet, dass dieses Gemeinsame nicht an natürlichen / materiellen Eigenschaften der Ware hängen kann, weil diese nur bei Betrachtung des Gebrauchswertes zur Geltung kommen. Denn die Gleichheit ergab sich beim Abstrahieren vom Gebrauchswert und kann somit nicht von diesem bestimmt sein. Führt man nun diese Abstraktion vom Gebrauchswert ad ultimo, so stellt man fest, dass lediglich die Eigenschaft Arbeitsprodukt zu sein verbleibt, sonst nichts. Das heißt der Tisch wird zum Arbeitsprodukt, wobei nicht mehr erkenntlich ist, dass er die Form eines Tisches hat und Produkt der Arbeit eines Tischlers ist. Das heißt auch jegliche sinnliche Form und dieser auch anhaftende Nutzen eines Tisches sind ausgelöscht. Es bleibt nur noch abstrakte menschliche Arbeit. Marx fährt fort zu erläutern, dass also Arbeitsprodukte nur noch formlose Dinge sind, die nur dadurch bestimmt sind, dass menschliche Arbeit verrichtet und damit in ihnen aufgehäuft wurde. Diese Menge an Arbeit bestimmt der Wert. Nach dieser Argumentation, leuchtet auch die Aussage ein, dass der Gebrauchswert nicht von der an der Ware verrichteten Arbeit abhängt, weil diese erst nach der vollständigen Abstraktion die Bestimmung des Wertes liefert.

Nun folgt der wichtige Schluss, dass das Gleiche und Dritte, dessen bloße Erscheinung die Tauschwerte sind, der Wert ist. Hierbei geht der Schluss, meiner Meinung nach, wie folgt. Bei vollständiger Missachtung vom Gebrauchswert einer einzelnen Ware in Bezug auf andere Waren endet man bei allen Tauschwerten einer Ware. Aus der vorher erwähnten Gleichung, in der alle gültigen Tauschwerte ausgedrückt werden können, folgt die Existenz eines zugrunde liegenden Gleichen. Da dieses Gleiche den Tauschwerten zugrunde liegt, muss es eine Abstraktion bezüglich der Quantität sein und auch eine vollständige, sonst könnte sie nicht allen Tauschwerten gleichzeitig zugrunde liegen. Dieser vollständigen Abstraktion sind wir in Form der Wertes begegnet.

[April 2017] Musik, Sport und Bücher

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Musik

Seit mich auf dem Impericon Being As An Ocean so weggeflasht hatten, habe ich im Grunde nichts anderes gemacht, als eben diese zu hören. So sollte eine Post-Hardcore-Band sein. Es ist einfach die perfekte Mischung aus Aggression, Melancholie und „artsy“ Anspruch. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich mich in meiner Sucht an ihnen satt gehört habe. Hoffentlich passiert das nicht so schnell, weil ich gerade eben erst deren zwei neusten Alben bestellt habe.

Sport

Zwar war ich die letzten Tage ein wenig krank und konnte deswegen nicht zum Heben gehen, aber seit vorgestern ging es auch schon zum Glück wieder. Da habe ich dann beim Frontbeugen leider/natürlich nicht erhöhen können, aber nicht so schlimm. Ich bin in den letzten Wochen bei jedem Workout um 2.5kg hoch gegangen, was vollkommen ok ist. Dabei machen sich auch die neuen Schuhe maximal bezahlt, weil der Stand dabei einfach absolut großartig ist. Danach ging es auch schon gleich mit der ersten Technik-Trainings-Einheit mit den zwei Herren aus Gräfenroda los. Meine Güte, war das effektiv und spaßig! Zuerst haben wir uns ein bisschen warm gelaufen, haben die Schultern und Hüfte gedehnt und dann ging es direkt ans Umsetzen. Ich hatte ja ehrlich gesagt noch nie jemanden direkt vor mir einen ordentlichen Olympischen Lift durchführen sehen; das hatte sich dann auch geändert. Wir haben ganz einfach angefangen und uns dann immer komplizierteren Abläufen gewidmet. Dabei war es absolut hilfreich, dass man sofort korrigiert worden ist, wenn sich technische Schwächen angebahnt haben. Dabei waren die beiden Trainer gerade kleinlich genug, dass es noch Spaß gemacht hat, man aber immer noch viel gelernt hat. Es ist absolut zu empfehlen und ich bin wirklich total auf die nächsten Einheiten gespannt.

Bei Fran konnte ich meine alte Bestzeit deutlich mit 6:45 unterbieten. Das ist sicher den viel besseren Thrusters durch Frontbeugen geschuldet und den einigermaßen effizienten Kipping Pullups. Dann habe ich gestern endlich die 100kg Pushpress geknackt und wieder einmal hat sich „Wenn man es richtig macht, geht es auch.“ bewahrheitet. Wenn der Rumpf nicht stabil ist und man zu viel am Pressen als Pushen ist, dann kann das gar nichts werden. Ich habe mal noch ein Video von mir hier eingebastelt, wo der Pushjerk richtig hart vergeigt ist, aber immerhin waren es 90kg. Die Hüfte war natürlich in der Startposition zu hoch (wie ich vorgestern gelernt habe), deswegen wurde auch zu viel ausm Rücken gezogen und deswegen haben die 95kg danach auch nicht mehr geklappt.

Bücher

Gerade bin ich an „Der Schwarm“ von Frank Schätzing dran und nach einigen Seiten Anlauf nimmt es dann auch langsam Fahrt auf. Was mich an dem Buch so fasziniert ist, wie die ganze Atmosphäre des Lebens mit, an und auf dem Meer wirklich so eingefangen und geschildert wird, dass man es sich gut vor das geistige Auge holen kann. Es geht um Meeresforscher der verschiedensten Art, Naturschützer, Fischer und Journalisten. Alle Charaktere haben ihre eigene Geschichte, die sie mit den Ozeanen verbindet und alles wird durch die Angriffe des Meeres auf die Menschheit auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Dabei werden auch viele beeindruckenden Fakten und Zusammenhänge in die Story eingebaut. Das reicht von der Beschreibung einzelner Lebewesen und deren Eigenschaften, über Methoden der Meeresforschung bis hin zu geschichtlicher Entwicklung der Geologie der Erde. Vielleicht ist nicht alles 100% korrekt, doch der Rechercheaufwand muss dennoch gigantisch gewesen sein, wenn man bedenkt, wie viel Wissen in die Story fließt.

Impericon Leipzig

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Um die kleine Konzertreihe der letzten Wochen zum Abschluss zu bringen, waren wir gestern in den Leipziger Messehallen zum Impericon Festival 2017. Nachdem das ganze Format in den letzten Jahren ziemlich gewachsen zu sein scheint, seit ich damals in Würzburg bei Callejon und August Burns Red, Architects, Adept und Breakdown of Sanity war, war ich schon ziemlich gespannt, wie es sein würde, wenn diesmal ganze 18(!) Bands im Abstand von fünf Minuten auf zwei direkt nebeneinander stehenden Bühnen einen ganzen Tag lang ein riesen Feuerwerk abbrennen würden. Das ganze ging 11:30 mit Science of Sleep los, die auch gleich mal bekannt gaben, dass dies ihre letzte Show als Band sein würde – nicht wirklich schade oder überraschend, wenn man mich fragt. Die wirklich eng geplante Running Order (PDF) wurde bis zum Schluss auf die Minute genau eingehalten, weil eine Band bereits den Soundcheck durchziehen konnte, während daneben gerade ein anderer Act seine Show ablieferte. Dabei konnten die Zuschauer in den fünf Minuten zwischen den Shows bequem zehn Schritte zur Seite machen und standen sofort vor der anderen Bühne. Wie man an dem Lineup sieht, war wirklich für jeden etwas dabei. Dabei belief sich das Spektrum von Deathcore über Hardcore und Punk, über melodischen Hardcore, komischen Hardcore Rap bis hin zu gutem alten Metalcore. Dementsprechend durchmischt war auch das Publikum.

Gleich am Anfang fiel auf, dass Casey, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte, wirklich etwas cooles zu bieten hatten und ich habe mir bei Spotify schonmal deren aktuelles und bis her einziges Album markiert. Das werde ich mir sicher in Ruhe nochmal anhören.

Die erste kleine Überraschung war die Show von Being As An Ocean, die ich zwar schon kannte, aber ich nicht damit gerechnet hatte, dass deren Auftritt so wundervoll musikalisch, facettenreich und energiegeladen sein würde. Die Mischung aus alt hergebrachten Hardcore Shouts und einem wirklich schon außerordentlich gutem Sänger für die soften Vocals wussten wirklich zu überzeugen. Dabei war beides eingebettet in außerordentlich schön arrangierte Songs, welche mich wirklich haben staunen lassen. Das war dann auch der Grund, warum es dann heute den ganzen Tag schon in der Küche lief und auch jetzt gerade beim Runtertippeln von hiesigem Text.

Irgendwann war es dann auch einmal Zeit etwas zu essen und zu meiner Freude gab es überwiegend vegane Essensauswahl, wobei man zwischen Gyros, Pasta, Döner und Burger wählen konnte, soweit ich das zu überblicken in der Lage war. Was die Getränke anging, war ich zu geizig ständig irgendwelche Softdrinks zu kaufen und habe einfach einen Pfandbecher auf der Toilette immer wieder mit Leitungswasser aufgefüllt.

Die meisten Hardcore und Punk Bands haben mich nicht wirklich interessiert und ich habe deren Großteil einfach von der Tribüne aus angeschaut oder war währenddessen essen beziehungsweise Nase pudern.

Das erste Mal beim Moshen zu Asking Alexandria war ziehmlich lahm und ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass deren Show ein bisschen ruppiger sein würde. Leider war das nicht der Fall und ich habe dann nach 20 Minuten keine wirkliche Lust mehr gehabt. Insgesamt war deren Setlist total komisch, da ich jedoch nicht wirklich ein Fan bin, habe ich vielleicht auch keinen so guten Einblick in deren Möglichkeiten gehabt und vielleicht zu viel oder das Falsche erwartet.

Ein wenig hatte ich mich auch auf Caliban gefreut, aber deren Sänger geht Live leider absolut nicht gut rein und deren bester Song war ihr Rammstein-Cover Sonne. Alles in Allem hätte man das ruhig mal besser machen können!

Kommen wir nun einfach direkt zum absoluten Abriss. Für Parkway Drive ließ man sich ein wenig mehr Zeit mit dem Umbau, was aber nicht schlecht war, weil dann alle Leute Zeit hatten, sich nochmal zu sammeln und vor der Bühne einzufinden. Dann kam das erste Riff, während die Herren aus Australien auf die Bühne kamen und die Leute waren schon dabei das Riff lauthals anzustimmen, die Show beginnt mit Wildeyes und die komplette Crowd bricht instantan vollkommen auseinander. Sowas hatte ich vorher noch nie erlebt. Etwa fünf Minuten vor Showbeginn, waren alle noch dabei Michael Jackson mitzusingen und wie als hätte jemand einen Schalter umgelegt, standen bei jedem plötzlich die Zeiger auf Anschlag, als wäre gerade eine energetische Singularität entstanden. Binnen eines Wimpernschlages war jeder um mich herum in Bewegung und von da an ging es nur noch steil bergauf. Die Setlist hat aber auch absolut keinen Stein auf dem anderen gelassen. Es gab absolut keine Gefangenen und die 80 Minuten waren so unglaublich anstrengend, energiegeladen, emotional und befreiend, wie ich das noch nie vorher erlebt hatte. Dem Sänger selbst war auch nicht so richtig klar, was da vor der Bühne abging. Scheinbar war es das größte Indoor-Festival in Europa, was komplett geisteskrank ist, wenn man sich überlegt mit welcher Art Musik man so viele Menschen zusammen bekommen konnte. Die Show selbst hatte unter anderem einzelne Feuerbälle und ein Überkopf-Drumsolo zu bieten. Da haben sich PWD wirklich so richtig was einfallen lassen! Hut ab! Es war wirklich das Beste, was ich jemals als Zuschauer vor einer Bühne erleben durfte und ich weiß auch schon, wer nächstes Jahr gleich nach Bekanntmachung ein Ticket für sich und seinen besten Kumpel erstehen wird!

Der Weg einer Freiheit und Heaven Shall Burn im Stadtgarten Erfurt

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Die Konzertwochen gehen weiter. Diesmal gab es wüstes Geschrubbe im Erfurter Stadtgarten, wo ich vorher noch nie war, aber feststellen musste, dass es eine ziemlich coole Location ist.

Es war von Anfang an relativ voll, was auch zu erwarten war, da es zumindest  bei einschlägigen Händlern für Konzertkarten nur noch Angebote aus zweiter Hand gab.

Décembre Noir aus Erfurt machten den Anfang. Es war ganz okay, aber mir ein bisschen zu fader Black Metal. Die Songs waren ziemlich lang und ich habe eigentlich nicht geblickt, was die Herren auf musikalischer Ebene von mir wollten, aber das lag vielleicht auch daran, dass Black Metal eigentlich nicht so in meiner Gasse liegt.

Dann war es an „Der Weg Einer Freiheit“ dem Publikum mal so richtig zu zeigen, wo es lang geht. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich da erwarten würde, aber einige meiner Begleiter waren eigentlich nur wegen DWEF nach Erfurt gefahren. Ja meine Fresse, was ging da ab? Die Herren stehen auf der Bühne und zünden auf einmal mit Vollgas einen ab, dass man gar nicht so richtig wusste, was man machen sollte. Für das erste Lied stand mir für die eine Hälfte der Mund offen und währen der andere konnte ich mir mein Grinsen nicht verkneifen. Was für eine Energie und Spielfreude.!Wieder muss ich zugeben, dass ich keinen Schimmer von Blackmetal habe, aber ich denke mir, dass The Hirsch Effekt so klingen würden, wenn man ihnen auftragen würde, mal Blackmetal zu spielen. Wahnsinnig geil und (leider) der beste Act des Abends!

 

Nach einer recht angenehmen Umbaupause war es dann Zeit für den Headliner, wo ich mich für die ersten paar Lieder ein wenig im Moshpit vergnügt habe, bis ich dann komplett durchnässt war und mich aufs Zuhören verlegte. Ja, HSB hämmert gut rein. Ja, HSB macht geilen Metalcore. Ja, HSB hat auch geile Themen für ihre Lieder. Aber es ist einfach fad. Ich dachte mir ja im Voraus, dass diese Fadheit der Alben beim Konzert irgendwie durch Spielfreude oder Witz aufgehoben würde. Aber dem war leider nicht so. Es fällt schwer das ganze ernst zu nehmen, wenn ständig mit ähnlichen Riffs und Geballer zum Moshen aufgerufen wird. Das ist einfach zu wenig, wenn man in der heutigen Zeit noch beim Metalcore ganz vorne mitmischen will. Schade! Das einzig wirklich richtig gut gelungene waren die Videoeinblendungen auf den LED-Panels, die irgendwelche gesellschaftskritischen Dinge eingeblendet haben, wie eine abstürzende Hindenburg oder marschierende Soldaten.

Daran merkt man aber schon, dass HSB leider nicht an DWEF herankommen konnten und es dazu geführt hat, dass letzteres am nächsten Arbeitstag auch auf Arbeit lief und die Stimmung gut gehoben hat.

Erste Radtour 2017

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Die erste längere Fahrt mit dem neuen Hobel, auf der auch Gepäck transportiert wurde, ging von Ilmenau nach Siegmundsburg. Auf der Route, die ich gewählt hatte, ging es über den Dreiherrenstein, Neustadt, Kahlert und Masserberg zum Haus Rosenbaum. Dabei war die Steigung auf der Straße maximal 12% und auf einem Waldweg in Masserberg in etwa 14% bis 15%. Die komplette Strecke belief sich in etwa auf 40km – es war also eigentlich nicht der Rede wert, wenn man einmal von den Höhenmetern absieht.

Dabei hatte ich als einziges Gepäck meinen Rucksack vorne auf das Pizzarack gespannt, was ich bin zum ersten Mal losfahren als eine gute Idee angesehen habe, was sich aber leider nicht bewahrheiten konnte. Beim Gewicht des Gepäcks wurde auf dem Rack der Schwerpunkt so weit nach oben verlagert, dass die Lenkung sehr schwammig und träge wurde. Retrospektiv auch genau das, was man erwartet, aber was soll’s. Am Berg bereitete mir der Bock noch einiges an Rückenschmerzen, was aber auch daran liegen kann, dass ich seit langem nicht mehr für längere Zeit auf dem Rad gesessen war. Alles in allem ist das Gefühl wirklich großartig und die Investition hat sich wirklich gelohnt. Auch auf Feldwegen mit ein wenig gröberer Körnung oben drauf hat man noch ein gutes Handling und keine Angst abzufliegen. Meine ursprüngliche Intension hat sich also umsetzen lassen, dass der ganze Aufbau sich abseits von Teer auch gut beherrschen lässt.

Das Gefühl mit dem breiten Lenker ist mir auch sehr sympathisch und ich freue mich wirklich schon wahnsinnig auf unsere Tour durch Schweden und Dänemark diesen Sommer. Spätestens dann werde ich auch herausfinden, ob der Sattel wirklich so gut ist, wie alle meinen, oder ob man nach einigen Tagen trotzdem Schmerz im Po hat.

Beginner + Afrob + Torch in der Thüringenhalle Erfurt

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Wenn ich mich recht entsinne, habe ich mir damals das Ticket gleich gekauft als das Album draußen war. Anfangs hatte ich nicht so richtig Lust überhaupt von der Couch aufzustehen, weil ich wegen des Konzertes am Morgen im Training gewesen war, aber natürlich habe ich mich dann aufgerafft und ebenso natürlich hat es sich gelohnt!

Ich wusste gar nicht im Vorhinein, wer denn nun Support-Act sein würde und bin dann aus dem Grinsen nicht mehr herausgekommen, als ich dann Afrob erkannt hatte. Es wurde natürlich mit Sneak Preview geendet, was die Leute schon einmal darauf eingestimmt hat, was da am Abend abgebrannt werden sollte.

Am Merchandise-Stand hatte ich auch die Blast Action Heroes auf Vinyl gesehen und beschlossen die auf jeden Fall mit zu nehmen, weil ich vor einiger Zeit festgestellt hatte, dass es die gar nicht in dem Format gab.

Die Umbaupause war angenehm kurz und natürlich wurde die Show mit Ahnma eröffnet, wobei die Hook von den Beginnern und zwei Background Sängerinnen geliefert wurde und Gzuz einfach auf der Bühne angezeigt wurde. Dort gab es nämlich eine Art Stufenkonstruktion, auf welcher die Schaltzentrale von DJ Mad war und welche vollständig aus Displays bestand um alle möglichen Effekte zu erzielen. Der Sound war von Anfang an richtig tight und ausgewogen, wobei man auch die Vocals sehr gut verstehen konnte, was ja nicht immer selbstverständlich ist. Die Setlist war nahezu ohne Überraschungen, was aber absolut nicht negativ zu sehen ist. Es wurde fast alles von Advanced Chemistry gespielt (inkl. Teile von Foxy Music), viel von Bambule und das wichtigste von Blast Action Heroes. Der Mix war unglaublich gut und die Stimmung war komplett Anschlag. Wie zu erwarten haben die Trappigen Beats vom neuen Album einfach Alles zerstört und die Crowd hat das durchaus zu schätzen gewusst.

Die Überraschung des Abends war aber, dass dann plötzlich Torch auf die Bühne beordert wurde und einfach einige Tracks mit performt hat. Man hat auch sehr stark gemerkt, wie alle Beteiligten das gefeiert haben, vor allem die Beginner selbst. Ich persönlich kenne genau nichts von Torch oder Advanced Chemistry und habe gemerkt, dass ich da wohl noch etwas nachholen muss. Wird passieren. Versprochen!

Zusammenfassend war es absolut großartig die Beginner immer noch so brennend und laut auf der Bühne zu erleben. Man merkt absolut nicht, dass sie schon 25 Jahre im Geschäft sind. Die Leidenschaft ist wie am ersten Tag, aber das Handwerk könnte kaum mehr perfektioniert sein. Zieht es euch rein!

Alles Neu!

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Was das Gewichtheben angeht, so gibt es da auch einige Neuerungen. Die wichtigste ist wohl, dass ich das Gym gewechselt habe, wobei sich die Gründe von Rassismus bis hin zu Ranzigkeit erstrecken und ich jetzt keine Lust habe das alles nochmal hier breit zu treten. Das SLZ Thüringen ist jedenfalls ein absolut großartig organisierter Ort für Sport. Und dabei meine ich wirklich, dass man meinen könnte es ginge da um leistungsorientierten Sport – eine feine Sache!

Die tollsten Vorteile sind wirklich, dass man Kreide nutzen kann (wird vielleicht bald wieder gestellt), man kann die Gewichte einfach fallen lassen, man kann eigene Musik hören, es ist selbstverständlich nach dem Training alles aufzuräumen, es gibt coole Kurse, man hat andere gute Sportler um sich herum und zu guter Letzt gibt es auch kleine interne Wettbewerbe.

Im Zuge dessen gibt es jetzt bei mir auch einen neuen Trainingsplan, der vor allem meine Kniebeuge voranbringen soll indem mehr Variationen der Übung eingebaut sind (Frontbeuge, Überkopfbeuge) und Bankdrücken wieder mehr in den Fokus rutscht indem es an einem Trainingstag als erstes angegangen wird und auch Kreuzheben nicht mehr nach dem schweren Beugen trainiert wird. Das Ganze sieht dann in etwa so aus:

Montag: 5×5 Beugen, 5×5 Drücken, irgendwas mit Rücken; Mittwoch: 5×5 Bankdrücken, 3×5 Überkopfbeugen, 3×5 Dips; Freitag: 3×5 Frontbeuge, 2×3+2×10 Kreuzheben, 3×5 Pushpress, Crossfit; Samstag: Technikzeugs für OLY-Kram, Crossfit.

Mal sehen, was die nächsten Wochen so bringen werden. Es soll wohl auch ein Herr, der in der Bundesliga Gewichtheben betreibt, ab und zu zum Training kommen, weil deren Verein auf der Suche nach Nachwuchs ist. Vielleicht können wir dabei die eine oder andere Lektion abgreifen.

Gestern habe ich auch ein ganz witziges Video zum Reißen gefunden, das auf allen Ebenen gut funktioniert. Im Gym hat es auch wunderbar geklappt, die Hinweise umzusetzen und wir konnten unsere ersten Snatches verzeichnen, die auch so genannt werden konnten. It’s something!

Die Membran

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Er sitzt in seinem Badezimmer auf dem Boden. Ein verzweifelter Versuch seine sterblichen Überreste leichter entsorgbar zu machen. Viel Planung war nicht in die Herbeiführung seiner derzeitigen Situation geflossen. Er hält einen rostigen Revolver in seinen Händen. Zumindest vermutet er dies. Sowohl die Feuerwaffe als auch seine Extremitäten kann er nichtmehr wahrnehmen. Die Membran wurde schon vor Wochen fertig gestellt. Er streicht über den rauen Stahl und verspürt nichts dabei. Die Membran hält ihn davon ab. Zunächst hatte er gedacht, er könne sie überkommen, durchleiden, ja vielleicht sogar überdauern. Wie naiv dieser Gedanke doch gewesen ist! Doch er ist gewachsen, genau wie der Schleier um seine Sinne. Hierbei hat er leidvoll erfahren müssen, dass es nur einen Ausweg gibt, die Flucht nach vorn. Er richtet sich auf, streckt die Beine nach vorn aus und hebt beie Hände ruhig und besonnen vor sein Gesicht, darin der Revolver.

Es begann vor Jahren, dass bei Gelegenheiten besonderer Sinnlichkeiten sich in der Peripherie seiner Sinne ein kleiner Schleier niedersetzte. Anfangs nahm er ihn kaum wahr, doch erste Bruchstücke der Membran begannen sich immer weiter in den Mittelpunnkt seiner Wahrnehmung zu schieben. Dies hatte zur Folge, dass ihm immer zeitweise sehr zahrte Eindrücke, wie das Rascheln der Blätter im Herbst und sein Schritt auf dem Weg durch den Wald, oder die süße von Pollen durchflutete Luft an einem frühlingshaften Morgen auf dem Weg zur Arbeit verloren gingen. Zu Beginn war es ihm noch möglich aus der Erinnerung die Kraft zu schöpfen, solche Eindrücke bewusst zu spüren. Doch jede Erinnerung verlor immer mehr an Kraft, je mehr Zeit die Membran hatte, ihm seiner äußerlichen Erfahrungen zu berauben. Bald waren die Erinnerungen so weit verblasst, dass herbstliche Geräusche und sommerliche Düfte seinem Alltag entschwunden waren. Es verging immer mehr Zeit und er wunderte sich, wie einstige Gefühle der verschiedensten Variation einfach ausblieben. Die liebsten Schallplatten entlocktem ihm keine Tränen der Verzückung mehr. Die freudigsten Gedichte aus seiner Jugend ließen ihn nicht mehr selig zurückblicken. Stattdessen sah er alles für das Material, als das es sich zeigt, jedoch nicht mehr als Entitäten des Geistes und der Seele. Je mehr Zeit verging, desto dichter wob sich die kleine Kuppel der Undurchdringlichkeit um sein Selbst und seinen Geist. Wie er sich auch drehte und wendete, er konnte nur noch durch größte Anstrengungen die Membran überlisten. Jeder Nervenkitzel und Erregung mussten jegliches vorher da gewesenes übertrumpfen, denn der Schleier war sehr gut darin, Löcher zu stopfen. Dieser hatte scheinbar ein Eigenleben entwickelt und beobachtete genau, wo Wollust und allgemeine Genusssucht seinen Bann noch brechen konnten. Er im Gegenzug machte Anstalten, ein ausgefeiltes hedonistisches Kalkül zu entwickeln, welches die feinsten Abstufungen der Begierde und Befriedigung austarierte. Hierbei war das Ziel, das schrittweise Emporsteigen auf der Trittleiter der Sinnlichkeit so flach wie nur möglich zu verrichten. Doch seine Berechnungen zeigten ihm auch, dass er so nicht lange auskommen würde. Es gibt von nichts in der Welt eine Unendlichkeit und vor allem war er sich bewusst, dass die eigenen Ressourcen ihn nicht lange neue Wege um die Membran erlauben würden. Eine Membran zeichnet sich dadurch aus, dass sie semipermeabel ist. In ihrer Entwicklung beraubte sie ihm immer mehr seiner eigenen Wahrnehmung, doch die Menschen in seinem Umfeld nahmen ihn, zumindest Anfangs, als unverändert wahr. Doch die emotionale Stille in seiner Koje schlug ihm zunehmend auf dessen Gemüht und er trug selbst kaum noch Formen der Regung nach außen. Dies wurde ihm zunehmends erschwert, da durch die ausbleibenden Eindrücke immer größere Teile seines Gedächtnisses fein säuberlich aufgelöst wurden und mit unersetzlicher Leere den freien Platz einnahm. Immer mehr zog er sein Leben in sein Innerstes zurück, um an seinen empathischen Gleichungen zu Arbeiten. Diese erlaubten es ihm von Zeit zu Zeit so heftig gegen den Schirm seiner Seele anzurennen und wie mit einer Streitaxt bestückt einen emotionalen Riss in die trübe Scheibe zu schlagen. Selbstverständlich musste er hierzu zu immer heftigeren Mitteln greifen und er näherte sich unausweichlich der Grenze, welche mit weltlichen Mitteln nicht überkommbar ist. Je näher er ihr kam, desto mehr verfluchte er sie und desto heftiger klammerte er sich an seinen Kalkül der Sinnlichkeit.

Er umgreift den Schaft fester, so meint er zumindest. Es erfordert viele seiner Anstrengungen bis er sich an den Eindruck des Colts, dessen Schaft und seinen Händen machen kann. Immerhin formt sich nun in dessen Geist eine letzte Gewissheit. Er hat die unerschütterliche Erkenntnis, dass er jetzt sterben wird.

Auf seinem Weg hatte er früh aufgegeben Buch zu führen, zu welchem Zeitpunkt er einen seiner engsten Begleiter verlor. Schon bald erlaubte ihm die Membran nicht mehr das Zerreißen einer engen Bindung zu spüren. Schon bald trauerte er diesen Ereignissen auch nicht mehr nach, da er ihre bloße Existenz nichtmehr in seiner eigenen Sphäre spürte. Er musste sich weiter in sich selbst kehren, bevor er mit Gewalt auf die Welt losgehen konnte. Bald vergaß er auch die Möglichkeit, sich in seinen Träumen frei zu entfalten. Anfangs hatte er mit Freude festgestellt, dass die Membran in diesem Kern seines Geistes keine Macht hatte. Doch mit der schwindenden Vielfalt der Sinne schwand auch seine geistige Lebhaftigkeit. Schlussendlich erschienen ihm seine Träume nur noch als verschwommene Projektionen an seiner innerlichen Kathedrale und er wandte sich von ihnen ab. Dies war der Moment in dem er verstand, dass sein Heil hinter dieser Wand zum Liegen gekommen war. Im wurde Bewusst, dass die einzige Möglichkeit der Erlösung im Jenseits zu finden war. In einem letzten Anflug von Schaffensdrang schwang er sich mit seinen Nachforschungen zu ungeahnten Höhen auf. Dabei entging ihm vollkommen, dass seine äußere Hülle, die ihm überall hin folgte, nicht nur seine eigenen Projektionen auffangen konnte, sondern auch diese selbst als Abbild in seiner Seele zu erzeugen vermochte. Sehr feinfühlig und behutsam mischte diese ohne sein Wissen vereinzelte Gedanken und Sinnbilder in das vermeintlich abgeschirmte Bewusstsein. Seine Errungenschaften wirkten tollkühn und zielführend auf ihn, doch sein Geist wurde unmerklich in seichte Bahnen gelenkt, die er selbst niemals auf eigene Faust eingeschlagen hätte. Er vertraute seinem Bewusstsein blind und wähnte sich auf der Seite des Sieges als er sich eines Tages aufrichtete und mit Entschlossenheit auf seinen anhänglichen Begleiter zuging. Er zog alle Register und war zu Allem bereit. Seine Lebensgeister wirbelten um ihn als Zentrum und eine projizierte Zuversicht huschte vor seinem Auge vorbei. Hierbei war deren Erinnerung schon längst verblasst und er erkannte Sie als etwas Neues.

Er merkt, wie seine Hand sich fester um etwas formt und sein Zeigefinger gegen einer Art Hebel zu stoßen scheint. Er hatte sich des Revolvers erinnert und damals schien ihm dessen Kraft genug, um seinem Kerker ein für alle Mal zu entrinnen. Ohne den Charakter der Projektion zu entlarven, meint er auf die schleierhafte Wand zu zielen, als er sich in einem letzten Kraftakt seiner Muskelkontraktion am Zeigefinger erinnert.

Finnland Urlaub

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Neulich war ich einmal wieder bei Juha zu Besuch. Es ist erstaunlich, wie sich die Zeiten ändern. Früher saßen wir einfach den ganzen Tag vorm Rechner und haben GTA gespielt, bis wir beide (ja, irgendwann auch ich) die Stadt nahezu auswendig konnten und alle 100 Pakete gefunden hatten.

Dieses Jahr waren wir nahezu jeden Tag beim Sport, ja sogar freiwillig in einem Museum (Animals inside out) und es war trotzdem genauso großartig (mahtava) wie sonst. Dann waren wir noch in der Sommerhütte eines Kumpels und haben dort ein Wochenende lang getrunken, sauniert und gegessen. Was man halt so in Finnland macht, wenn man sich mal richtig hart entspannen will. Dabei wurde natürlich nicht die Möglichkeit ausgelassen im Eiswasser baden zu gehen. Wir haben genau wie letztes Jahr mit einiger Handarbeit ein Loch ins Eis bohren und sägen müssen und sind dann von der Sauna aus direkt einmal rein. Ohne den Gruppenzwang mit den anderen zusammen hätte ich das niemals gemacht, aber das Bier und der soziale Druck haben dann ihr übriges getan.

Ich habe mich jetzt auch mal bei memrise.com angemeldet und schaue mal, wie viel Finnisch ich bis zu meinem nächsten Besuch in Helsinki in mein Hirn bekomme. Ich bezweifle ja sehr, dass ich bis nächstes Jahr durchhalte jeden Tag ein klein wenig dafür zu tun, aber man weiß ja nie – vielleicht klappt es ja. So richtig lohnend ist es ja nun auch nicht, weil die Sprache fast ausschließlich in Finnland gesprochen wird. Hierbei sind ein paar ethnische Minderheiten in Norwegen, Schweden und Estland nicht wirklich das, was man braucht um als Weltsprache qualifiziert zu sein.

Alles in Allem bekommt man in Finnland ziemlich schnell mit, dass die Leute und das Land einiges verstanden haben und die ganze Organisation und worauf der Staat seinen Fokus zu legen scheint, sind genau die Dinge, die ich hier manchmal vermisse.

Hallo Welt!

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Nun gibt es mal wieder einen Versuch einen kleinen Blog zu führen. Dabei hatte ich absolut keine Lust mich erst überaus lange mit irgendwelchen Konfigurationen und Webseitengeneratoren zu befassen. In diesem Zuge fielen dann Jekyll, Octopress und Hugo schon einmal aus der Auswahl heraus. Ghost ist bei meinem Hoster ein wenig nervig einzurichten und was blieb, war eigentlich nur noch eine einfache und eigene WordPress Installation, die erstmal funktioniert aber noch nicht die schönste ist. Das wird dann hoffentlich mit der Zeit noch glatt gebügelt.