sebsem

blogito, ergo sum

Es geht im Mythos nicht so sehr um die Formulierung einer Wahrheit, sondern viel mehr um die erzwungene Ordnung von Gedanken, die sich sachlich noch nicht artikulieren lassen.

Wie kann sich Ordnung im Chaos bilden? Macht dieser Prozess den Anfang greifbar, vielleicht sogar fasslich?

Prolog

Die Sterne funkeln dröhnend durch das All. Es gibt nur ihr Licht, das Alles macht. Eine Stille, die sich selber hört, Macht alles laut und gleich auch stumm. So kommt das Etwas zu dem Nichts und fällt Für immer und doch auch nie dahin zurück.

Das Universum war sich kurz ganz selbst bewusst, Bevor es nicht mehr merken konnte, wie es stirbt. Es gab nur flüchtig Alles und dann Nichts.

Des Kelches Rand zu weit für unser'n Geist, Wir tranken von unsrer eignen Seele In mächtig Zügen, bis die Stille wieder Um uns knallte, hallte, wallte.

Akt 2

Nur aus Nichts entsteht das Erste Sein, Doch auch das Nichts muss Etwas sein. Das Nichts kann nur sich selber finden. Des Nichts Nichts muss sich um etwas winden.

Es gibt nur Zufall, ja gar Chaos pur, Kein Gesetz, kein Entstehen und kein Sein, Sogar das Werden muss erst werden. Doch der Zufall pur schafft auch sein Gegenteil, Schafft sein Vergehen, schafft Struktur. Einmal gefunden, einmal erklungen, Webt der Schall an sich selbst Den eignen Klang hinfort.

Nur Chaos kann das Chaos zeugen, Doch grade auch das Wirren eben beugen. Einmal an der Tiefe leicht verhaftet, Findet die Ordnung daran wohl Gefallen.

Denn sobald die Zeit sich selbst bemerkte, War es für alles andre schon zu spät. Es gibt ein vorher, gleich und hinterher, So unverückt dreht sich nun der Welten Rad, Auf dass Gott selbst schon alle Tage kennt.

Akt 2.25

Aus allen Wegen, die verkreuzt Einander niemals finden konnten, Wurden plötzlich nur noch drei. Des Raumes Chaos bricht entzwei Und Richtungen waren nicht mehr einerlei.

Mit dem Jetzt und dem Hier, Dem Damals und dem Dort, Verliert die Tiefe nun an Dunkelheit, Das Knäuel entwirrt sich an sich selbst.

Bewegung springt in Stillstand über, Der Äther kann den Zustand wahren. Es gibt sie schon, die Ruhelagen, Die Phasen.

Akt 2.370

Was ist heftig, was ist zart? Gibt es weicher, gibt es hart? Intensität ist mit Stoff zu einer Formel ganz verschmolzen.

Der Drang zu weniger wird immer mehr, Dem muss sich endlich und zuerst Auch der Drache langsam Beugen. Die Dinge bekommen eine Richtung,

Von heftig hin zu zart, Hin zu weicher, weg von hart. Der Weg ist noch nicht ausgetreten, Doch die Karte zeigt ihn schon.

Akt 2.4414

Die Formen entspringen munter aus Des Monsters zäher Haut Bis hin zum Bewusstsein ihrer Selbst. Sie ringen mit dem Monster, bis Es ganz langsam in den Rest zerfällt.

Akt 2.48832

Das All(es) sieht seine eigne Form In seiner eignen Form. Doch auch die Form nun erkennt in sich Selbst das All.

Akt (1 + 1/n)^n

Das bewusste Sein erkennt das Chaos Als den eignen Grund, den eignen Quell. Ein Gang zurück, ein Atavismus, Von der Quelle in das Meer, Auf dem Weg vom hinauf zum ersten Bach.

Akt e

Durch diesen Akt der Reflexion dämmert Tiefes Chaos in der Weltenseele auf Und es schwillt in deren Brust. Die Formen fallen förmlich wieder In sich selbst zurück. Und in der kalten Dunkelheit Macht sich der Drache wieder breit. Auf ewig zu stürmen, zu walten, Sich in Struktur zu falten.

Ich stieß schon vor einigen Jahren auf Linux From Scratch (LFS), und war von der Idee fasziniert, weil ich wusste, wie viel ich dabei über Linux lernen würde. Bei LFS zieht man sich quasi selbst an den eigenen Haaren aus dem Teich, weil man ein komplettes GNU/Linux Ökosystem von Grund auf selbst aufbaut. Man kompiliert jedes Paket, erstellt jedes Konfigurations-File und bügelt jeden Patch auf. Ich hatte aber nie so richtig Lust, Zeit und Hardware. Jetzt habe ich das alte Thinkpad der Holden hergenommen und werde sehen, wie weit ich damit kommen kann. Von außen betrachtet scheint es recht straightforward zu sein. Host-System aufsetzen, massig Quellcode runterladen und ab die Post!

Da ich dem alten Thinkpad eh lange beim Kompilieren zugucken muss, kann ich auch nebenbei locker einige Zeilen hier in den Blog tippeln und ein meine Eindrücke dokumentieren.

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Im ersten Abschnitt von MEW23 geht es um die Ware und welche Bestimmungen ihr zukommen. Zunächst ist eine Ware ein simples Ding, welches einen Nutzen hat. Dieser Nutzen bestimmt sich allein durch materielle Eigenschaften dieses Dinges. Aus dem Nutzen eines bestimmten Dinges folgt die Tatsache, dass es Gebrauchswert ist.

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In der Ausgabe 27/2019 der ZEIT findet sich ein Artikel über Antinatalisten. Diese Bewegung ist eine auf vielfache Weise motivierte, welche behauptet, dass es ein fundamentales Problem mit der Geburt von Menschen gibt. Die einen behaupten dadurch eine Verbesserung des Klimas und wieder andere sehen sich zu Unrecht mit der Grausamkeit des Lebens konfrontiert und geben daran ihren Eltern die Schuld. Im Folgenden habe ich versucht die grundsätzlichen Argumente herauszuarbeiten und diese dann zu kommentieren.

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Als Menschen nehmen wir die Welt zunächst als Individuen wahr. Jedes Individuum ist in einer Gruppe verhaftet, im kleinsten Fall in einer Familie, welche meist mit noch vielen anderen in Kontakt steht, sodass sich schlussendlich eine Gesellschaft ergibt. Diese kann alle möglichen Ausgestaltungen annehmen und die Interaktionen der Individuen in diesen können mehr oder minder angenehm erscheinen. Fakt ist, dass ein Zusammenspiel der Individuen stattfindet, welches ultimativ die Vorgänge innerhalb der Gesellschaft ausbildet und wir diese als solche wahrnehmen. Das heißt nicht nur, dass die Wahrnehmung im Individuum erfolgt, sondern dass auch die Motivation zu Handlungen und die Bewertung den Individuen entspringt.

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Dinge existieren. Das ist schwerlich von der Hand zu weisen. Was die Dinge überhaupt sind spielt erst einmal keine Rolle. Wir wollen auch nicht darüber diskutieren, ob diese Dinge auch aufhören zu existieren, oder auch sogar anfangen können zu existieren. Hierbei ist das Ding im allgemeinsten Sinn überhaupt gemeint. Es ist auch nicht klar, ob es wirklich mehr als ein Ding gibt, doch es gibt etwas, das existiert, denn schließlich ist die Welt nicht Nichts. Ganz unumwunden formuliert gibt es mindestens ein Etwas, das ist. Es gibt ein Ding an dem sich das Alles abspielt. Nennen wir dieses Ding ein wenig spezifischer Welt.

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Bei uns an der Uni soll es ein Gremium geben, welches die Interessen von Doktoranden vertritt. Dabei soll eine Quotenempfehlung für Frauen von 40% in die Satzung wandern. Als kleine meditative Übung hier eine Diskussion über Gründe, Nutzen und Implikationen. Dabei soll konkret auf die Argumente eines Mitwirkenden an der Satzung eingegangen werden, welche als Zitate eingebracht werden.

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Mir wurde ein Artikel gezeigt, bei dem es darum geht, ob wir in einer ETF Blase sind, und welche Auswirkungen das haben könnte.

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Wozu gibt es eigentlichen diesen freien Markt? Scheinbar benötigt man den freien Markt, nicht nur zum Handeln, sondern auch um überhaupt erst einmal den Preis einer zu handelnden Ware zu ermitteln.

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Er sitzt in seinem Badezimmer auf dem Boden. Ein verzweifelter Versuch seine sterblichen Überreste leichter entsorgbar zu machen. Viel Planung war nicht in die Herbeiführung seiner derzeitigen Situation geflossen. Er hält einen rostigen Revolver in seinen Händen. Zumindest vermutet er dies. Sowohl die Feuerwaffe als auch seine Extremitäten kann er nicht mehr wahrnehmen. Die Membran wurde schon vor Wochen fertig gestellt. Er streicht über den rauen Stahl und verspürt nichts dabei. Die Membran hält ihn davon ab. Zunächst hatte er gedacht, er könne sie überkommen, durchleiden, ja vielleicht sogar überdauern. Wie naiv dieser Gedanke doch gewesen ist! Doch er ist gewachsen, genau wie der Schleier um seine Sinne. Hierbei hat er leidvoll erfahren müssen, dass es nur einen Ausweg gibt, die Flucht nach vorn. Er richtet sich auf, streckt die Beine nach vorn aus und hebt beide Hände ruhig und besonnen vor sein Gesicht, darin der Revolver.

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